| Ernährung |
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Übergewicht. Adipositas. Abnehmen. Gewichtsreduktion. Adipositas-Therapie. Verdauungsprobleme. Völlegefühl. Pubertät. Gemüt. Gemütsschwankung. Gemütsstörung. Angst. Angstzustände. Schlafstörungen. Konzentration. Konzentrationsschwäche. Frust. Frustration. Aggression. Alkoholmissbrauch. Nikotin. Nikotinabhängigkeit. Rauchen. |
Die Philosophie: Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen Zusammen mit Ihnen und Ihrem Kind biete ich eine eingehende Untersuchung der Vorgeschichte und der Gesundheit Ihres Kindes. Somit bekommen Ihr Kind und Sie eine dem Alter und der Entwicklung angepasste individuelle Ernährungsberatung. Wer im Kindesalter bereits übergewichtig oder gar adipös ist, wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener bleiben. Im Hinblick auf die zunehmende Problematik des Übergewichts als erstem Schritt in das metabolische Syndrom, welche bereits heute schon Züge einer Pandemie hat, halte ich es aus meiner Erfahrung heraus für ziemlich wichtig, den Kindern (und somit auch den Eltern) die Zusammenhänge zwischen Nahrung, Kombination von Nahrungsbestandteilen und deren Wirkung auf den Organismus zu illustrieren. Ein sehr schwieriges, und dennoch so wichtiges und in meinen Augen absolut interessantes, fesselndes Thema. Und eben erst durch diese Kenntnis vom Insulin wird klar, warum die Nachkriegsmentalität dessen, dass nicht nur „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, sondern auch immer und überall „alles aufgegessen werden soll“ ebenso ein abzuschneidender Zopf ist, wie die Mär vom fünfmaltäglichen Obstverzehr (Glukose und Fructose: Glukose als „insulinotroper“, also Insulin hoch treibender, Fructose als „anti-lipolytischer“, also den Fettspeicher wahrender Zucker). Leider steht diese Kenntnis auch im Gegensatz zum online in den Lehrplänen abrufbaren Kredo des Schulministeriums (welches sich an den immer noch von den Fachgesellschaften falsch verbreiteten Ratschlägen orientiert!), dass ein belegtes Brot (Wurstbrot, Käsebrot), auch wenn es ein dem Vernehmen nach gesundes Vollkornbrot ist, ein gutes Frühstück wäre. Ebenso verhält es sich mit den Produkten von Cornflakes bis Schokomüsli und Cookie-Crisp zusammen mit Milch. Protein (Wurst, Käse, Ei, Milch, Joghurt) und Kohlenhydrate (Zucker im Kakao, Milch-Zucker, Brot, Gebäck) triggern besonders hohe Insulinspiegel. Der Blutzuckerspiegel fällt dann nach etwa 2 Stunden rapide ab, die Kinder kommen in den Unterzuckerungsbereich und verlangen imperativ nach neuem Futter. Dieses kommt dann auch in Form einer neuerlich Insulin treibenden Schulpause (Milchschnitte, Knoppers, Wurstbrot, die vermeintlich gesunde Vollkorn-Käseklappstulle, allesamt Protein und Kohlenhydrat, also hoch insulinotrop), noch bevor der Frühstücks-Insulinspiegel überhaupt erst abgesunken ist. Das geht über das Mittagessen, die nachmittägliche Zwischenmahlzeit und das Abendessen immer so weiter. Fett bindet Kohlenhydrate, der Zucker wird langsamer resorbiert, der Insulinspiegel steigt nicht rasch, sondern sanft an. Vorteil: langsamer Anstieg, allmählicher Abbau, kein Insulin-Exzess, welcher rasch die Unterzuckerung provoziert und Heißhunger weckt, länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Der Kurvenverlauf des Insulins vermeidet auf diese Weise vormittägliche Spitzen. Mittags sind Insulinproduktion und körperliche Insulinwirkung aufeinander vorteilhafter abgestimmt. Selbst Mischmahlzeiten führen weder zu einem Insulin-Überschuss, noch zu einer besonderen Insulin-Resistenz, der Zellstoffwechsel kann auch größere Substratmengen gut verarbeiten, ohne dass die Fettspeicherzellen hierbei besonders viel abbekämen. Die Zuckerspeicher in Leber und Muskeln sind nach diesem Mittagessen ordentlich voll, in unserer Zeit reicht das Speicherspektrum bis zum nächsten Tag problemlos. Der Nachmittag und der Abend sind nunmehr gekennzeichnet vom Kohlenhydratverzicht. Dafür bekommt der Körper mit Proteinen und gesunden Fetten reichlich Baustoffe für die nächtliche, durch das Wachstumshormon im Schlaf unterstützte Aufbau- und Regenerationsphase. Eiweiß aus Fisch, Fleisch, Eiern oder Molkeprodukten hält die Insulinausschüttung relativ gut im untersten Bereich, der Aufbau beginnt also sehr flott (zuviel Insulin blockiert die Ausschüttung von Wachstumshormon). Während sich beispielsweise durch den Verzehr von fettarmen Produkten der Fettkonsum in den letzten 20 Jahren halbierte, verdoppelte sich im gleichen Zeitraum die Zahl der adipösen Menschen hierzulande. "Fett macht nicht fett", ist eine Botschaft, ein gesundes Quantum muss sein. Während in den letzten 50 Millionen Jahren aber die Bewegung garantiert war, die Nahrung jedoch nicht, hat sich in vielen Teilen der Welt das Blatt in den letzten 50 Jahren gewendet: die Nahrung ist garantiert, die Bewegung allerdings nicht. Also müssen wir uns an diese "neue Nische" der Evolution anpassen, indem wir den Kindern erklären, warum wir "dick" werden. Mehr noch: warum ausgerechnet Babies und Teenies dick werden. Hier kommen wir sicherlich an einen Punkt, der viel Phantasie erfordert, den Kindern das Hormon Insulin vorzustellen, ich denke aber, es gelingt. Gelangt der Zucker aus einem getrunkenen Glas mit 75g Glukose (Cola, Fanta), aber auch aus einem Weißbrot über den Verdauungstrakt in die Blutbahn, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin als "Lebensmittelpolizei" aus. Insulin sorgt für Ordnung im Blut und weiß, welche Zellen die Lebensmittel brauchen: die Leberzellen (weil diese sind ja die Zuckervorratskammer für das Gehirn), die Muskelzellen und die Herzmuskelzellen (weil die müssen ja arbeiten). Dafür haben diese Zellen auch Schlösser und die Lebensmittelpolizei hat den Schlüssel. "Schwupp", die Zellentür geht auf, die Lebensmittelteilchen verschwinden im Inneren. Ähnlich wie ein Klassenzimmer, können die kleinen Zellen aber auch sehr schnell voll werden, speziell, wenn viele Türen auf einmal aufgesperrt werden und viele Lebensmittelteilchen kommen. Die Zellen schützen sich, bauen ein paar Schlösser ab, so dass alles wieder seine Ordnung hat. Nun guckt die Lebensmittelpolizei Insulin aber erst mal enttäuscht durch die Gegend und sucht für die verbleibenden Lebensmittelteilchen ein neues, besseres Versteck. Dieses findet sie in den Fettzellen! Der gleiche Schlüssel passt und die Fettzellen spielen prima mit, sie wachsen sogar und freuen sich über so viele Lebensmittelteilchen. Die freuen sich sogar so sehr, dass sie ein paar von den Polizisten zu sich herein einladen, um die Türen von innen zu bewachen, dass auch ja kein Teilchen mehr abhauen kann, denn die Fettzellen wollen dem Menschen (aber auch dem Igel, dem Bären und allen anderen Tieren) helfen. Denn was die Leberzellen und die ganzen Muskelzellen in ihrer Kurzsichtigkeit nicht bedacht haben ist, dass sie nur begrenzte Speichervorräte haben. Ätsch! Nur die schlauen Fettzellen haben noch Vorräte, die für viele Tage reichen, wenn der Körper plötzlich mal gar nichts, absolut ganz und gar nichts zum Essen bekommt. Insofern ist das Fettgewebe schon sehr schlau. Doch wer von Euch Kindern hat denn schon einmal über mehrere Tagen gar nichts zum Essen bekommen?? Wenn ich das Glas Zuckerwasser oder das Weißbrot nun kombiniere und dazu eine Scheibe Wurst, einen Käse essen, als Pommes getarnte Kartoffeln und noch ein bisschen Fleisch mit Brötchen dazu verzehre, dann passiert in der „Polizeiwache Bauchspeicheldrüse“ etwas ganz besonderes: sie schickt in Panik plötzlich eine Unmenge von Lebensmittelpolizisten auf die Reise durch die Blutbahn. Alle haben den Schlüssel für die Leber-, Muskel- und Fettzellen. Die ersten beiden erschrecken vor so viel Chaos vor der Tür und werden zudem in Windeseile mit Lebensmittelteilchen komplett zugekleistert. Ganz flott bauen sie alle Türen ab oder verstecken sie hinter einem dicken Vorhang, schieben Schränke davor. Anders verhalten sich die Fettzellen: sie bauen noch ein paar extra Türen an, damit der arme Mensch auf jeden Fall auch morgen Lebensmittelteilchen hat, wenn er vielleicht mal wieder überhaupt nichts zu essen bekommt, und bitten noch mehr Polizisten herein, um auf die eingespeicherten Teilchen aufzupassen. Und weil durch die gewohnte Mischmahlzeit aus Kohlenhydraten und Proteinen besonders viele Polizisten unterwegs waren, ist die Blutbahn auch wirklich sehr, sehr flott von den Lebensmittelteilchen gereinigt worden. So schnell, dass ein paar Zellen im Gehirn nun plötzlich gar keine Zuckerteilchen mehr abbekommen, weil nur noch soooo wenige davon im Blut schwimmen. Nun wollte es die Natur so, dass die Zellen im Gehirn mit ihrer Zuckersucht auch noch die „Bestimmer“ im Körper sind, und die schreien nun aus voller Kehle: „ZUUUUCKER!!!“ Und die sonst so braven Kinder, die gerade vor zwei Stunden erst das Wurstbrot, die Milchschnitte zusammen mit gesundem Obst und einem vitaminreichen Fruchtsaftgetränk, den „gesunden“ actimelisierenden Fruchtzwerg in den Bauch befördert haben und danach sogar so richtig pappsatt waren, geben diese Nachricht der Hirnzellen direkt an die Eltern weiter: „HUUUUNGER!!!“ Non scholae sed vitae discimus: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr, dafür ist er schon zu schwer. |

